Von höflich zu leistungsstark – Die wahre Dynamik der Teamarbeit

Warum viele Teams Konflikten ausweichen – und wie sie daran wachsen können

Jedes Team durchläuft auf dem Weg zur Höchstleistung verschiedene Entwicklungsstufen. Während der Start oft leichtfällt und die Zusammenarbeit gegen Ende idealerweise reibungslos verläuft, gibt es eine Phase, die viele Teams ungern betreten: die der offenen Meinungsverschiedenheiten und Konflikte.

Genau diese Phase ist aber der Schlüssel für echte Teamarbeit. Warum fällt sie vielen so schwer? Und wie können Teams lernen, diese Herausforderung zu meistern?

Die kritische Phase: Vom höflichen Miteinander zur echten Zusammenarbeit

Zu Beginn herrscht in vielen Teams eine freundliche, aber oberflächliche Atmosphäre. Alle geben sich Mühe, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Konflikte werden vermieden. Diese Phase wirkt angenehm – bringt das Team aber kaum voran.

Früher oder später werden Unterschiede sichtbar. Meinungen prallen aufeinander, Rollen sind unklar, der erste Unmut macht sich breit. Genau hier entscheidet sich, ob ein Team reift oder in der Stagnation verharrt.

Ein Teamleiter sagte einmal in einem Workshop:

„Ich hatte immer das Gefühl, wir sind ein gutes Team. Aber erst als wir angefangen haben, Dinge auszusprechen, die uns stören, wurde mir klar, wie viel Potenzial wir vorher verschenkt haben.“

Warum Konflikte vermieden werden – und was das kostet

1. Harmoniesucht

In vielen Organisationen gilt: „Bloß keinen Streit!“ Unausgesprochene Spannungen werden lieber ignoriert, um die Harmonie zu wahren. Doch dieser Frieden ist trügerisch – Konflikte verschwinden nicht, sie gären unter der Oberfläche.

Praxisbeispiel: Zwei Abteilungen eines Energieunternehmens kommunizierten monatelang nur noch schriftlich. In einem moderierten Workshop wurden die Spannungen sichtbar – und konnten endlich angesprochen und gelöst werden.

2. Angst vor Konsequenzen

Konflikte haben für viele einen schlechten Ruf. Die Angst, „anzuecken“ oder Konsequenzen zu erleben, führt zu Schweigen.

Zitat einer Führungskraft:

„Ich hatte Angst, dass ich durch Kritik mein Team verliere – dabei habe ich es erst dadurch gewonnen.“

3. Fehlende Konfliktkompetenz

Viele Teams wissen schlicht nicht, wie man Konflikte konstruktiv klärt. Stattdessen regieren Rückzug, Vorwürfe oder Vermeidungsstrategien.

Beobachtung aus einem Workshop: Ohne klare Kommunikationsregeln werden Feedback und Verantwortung diffus. Zusammenarbeit wird zur Belastung.

Warum Teams Konflikte durchleben müssen

Spannungen sind keine Störung – sie sind Voraussetzung für Weiterentwicklung. In der Auseinandersetzung mit Konflikten klären Teams Rollen, Erwartungen und Missverständnisse. Erst dann entsteht die Basis für belastbare, echte Zusammenarbeit.

Praxisbeispiel: In einem Projektteam eines Automobilzulieferers wurde nach einer intensiven Diskussion klar, dass alle Beteiligten unterschiedliche Vorstellungen von „zeitkritisch“ hatten. Erst nach dieser Klärung konnten sie einheitlich und effizient arbeiten.

Das Entwicklungspotenzial von Konflikten

Hinter jedem Konflikt steckt eine Chance: für Klarheit, Kreativität und bessere Zusammenarbeit. Wer Differenzen offen verhandelt, statt sie zu vermeiden, gewinnt.

In meinen Workshops zur Teamentwicklung erlebe ich oft, dass der echte Fortschritt erst einsetzt, wenn es „knirscht“.

In der ACT!-Teamsimulation z. B. zeigt sich unter realitätsnahem Druck schnell, wie Teams in alte Muster zurückfallen – und wie viel Energie freigesetzt wird, wenn diese Muster erkannt und verändert werden.

Eine Teilnehmerin formulierte es so:

„Ich dachte, ich sei kommunikativ und kooperativ – bis ich im Spiel gespürt habe, wie ich unter Druck auf Durchzug schalte. Erst da habe ich verstanden, wie wichtig Feedback wirklich ist.“

So gelingt der Umgang mit Konflikten: Drei Erfolgsfaktoren

1. Mut zur Offenheit schaffen

Führungskräfte prägen die Konfliktkultur maßgeblich. Wer Meinungsverschiedenheiten enttabuisiert, macht Entwicklung möglich.

Erlebtes Beispiel: In einem Workshop formulierten Führungskräfte unausgesprochene Erwartungen schriftlich. Das klärte Spannungen, die zuvor unterschwellig gewirkt hatten – und stärkte das Vertrauen.

2. Strukturierte Konfliktklärung ermöglichen

Methoden geben Orientierung. In meinen Workshops arbeiten wir z. B. mit klaren Feedbackregeln, damit Kritik lösungsorientiert bleibt.

Tipp aus der Praxis: Das 3×3-Feedback: Drei Dinge, die gut laufen – drei konkrete Verbesserungsvorschläge. Einfach, ehrlich, wirksam.

3. Externe Begleitung nutzen

Wenn Konflikte festgefahren oder Beziehungen belastet sind, kann externe Moderation helfen, den Knoten zu lösen.

Zitat einer Personalleiterin:

„Was wir in zwei Tagen mit externer Begleitung geschafft haben, hätte intern Monate gebraucht – wenn überhaupt.“

Fazit: Konflikte sind der Schlüssel zu echter Zusammenarbeit

Viele Teams wünschen sich reibungslose Abläufe – doch echte Entwicklung beginnt oft dort, wo es unbequem wird. Wer sich traut, Konflikte bewusst zu klären, legt das Fundament für Vertrauen, Klarheit und nachhaltigen Erfolg.

Haben Sie den Mut, diesen Schritt mit Ihrem Team zu gehen?

Wenn Sie Ihr Team durch diese entscheidende Phase begleiten lassen möchten, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit, die mehr ist als bloß nett – nämlich kraftvoll, klar und wirksam.